30. August 2005

“Dong-gom”

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 21:07:56

“Dong-gom” heisst “guten Tag”, in der Sprache der hier ansaessigen Moba. Hier in Togo gibt s ueber 50 verschiedene Sprachen/Ethnien, aber die meisten Personen sprechen auch franzoesisch, auch wenn nicht immer besonders gut.
Im Prinzip ist hier somit jede Stadt “multikulturell”.

Die Woche ist bei uns recht ruhig, wir haben viel Freizeit (vielleicht sogar ein bisschen zuviel?).
Erst naechste Woche wenn wir durch die Region fahren um Doerfer zu besuchen gibt s wieder mehr zu tun .
Morgen gehen wir in eins der 4 togoischen Museen. Zufaellig findet sich eins davon in Dapaong.

Die TELEFONVORWAHL FUER TOGO LAUTET 00228 hatt mich letztes Mal verschrieben.

VOn Sonntag auf Montag hab ich erstmalig schlecht geschlafen, an den Muezzin von gegenueber, die ganze Nacht durch, hat man sich schnell gewoehnt, aber nicht daran:
Nachts ist eins meiner (15 x 30cm) kleinen Fenster samt Rahmen komplett aus der Wand rausgefallen, war wohl ein bisschen stuermisch, habs aber nicht bemerkt… erst spaeter als 40 Moskitos um mein Moskitonetz rumgeschwirrt sind…
naja musste den Viechern am naechsten morgen den krieg erklaeren… habe erstmalig zu biologischen Kampfstoffen greifen muessen… ging aber wirklich nicht mehr anders.
Spinnen find ich uebrigens voll cool, habe meine leichte Phobie mit einem Schlag komplett verloren und sogar mehreren in meinem Zimmer Asyl gewaehrt, hab sogar noch ueberlegt aus dem Bad, Wohnzimmer und KLo welche als Gastarbeiter in mein Zimmer zu locken - mach s zwar nicht, aber alleine, dass ich mit dem Gedanken spiel! Naja aber nervig sind Moskitos nur im eigenen Zimmer und in der Daemmerung. Soviel dazu.
Leute kennenlernen tut man taeglich, gelegentlich wird man auch als “patron” angesprochen; oder schafft es die Frauen zum lachen zu bringen indem man(n) Waesche waescht. Es hat sich auch schon jemand angeboten die Waesche fuer mich zu waschen,…. aber ich kann s auch selber machen.
Die Tage vergehen unendlich schnell, kein Wunder um den Alltag zu bewaeltigen braucht man viel Zeit:
Zum Markt gehen, alles was benoetigt wird zusammensuchen und immer den Preis aushandeln, Waesche per Hand waschen (Waschmaschinen sind eine tolle Erfindung!!) , Wasser filtern, kochen (”Fast-food gibts nicht”)…
Wir fangen langsam an auch togoische Gerichte zuzubereiten (Igname-Wurzeln, Mil (aehnlich Hirse?)…

Noch ein paar Infos zur Stadt:
Wasser und Sanitaeranlagen hat fast keiner (es gibt einige oeffentliche Wasserhaehne), Strom auch laengst nicht alle, und wenn dann nicht dauerhaft, vorhin als ich im Internet war unser erster Stromausfall seit unserer Ankunft, angeblich gibt es aber oft welche.
Seltsamerweise gewoehnt man sich sehr schnell an die Armut als “Normalitaet”.
Am erschreckensten ist noch die Tatsache, dass es fast keine alten Menschen gibt, und so viele Kranke, die mit Sicherheit oft nicht medizinisce versorgt werden… auch ein Grund warum wir alles selber kochen.

Sonst ist Dapaong aber wirkliche eine KLEINstadt, sehr ueberschaubar ( wir kennen schon alle wichtigen Strassen° und sehr laendlich gepraegt.
Industrie oder kleinere Betriebe (mit einer kleinen handvoll Ausnahmen?) gibt s nicht, alle sind “arbeitslos” bzw. somit im informellen (sowie landwirtschaftlichen) Sektor taetig, egal ob Abiturient, oder Studierte Person.

Bin immer noch aller(!)bester Dinge… ausser dass ich mich schweren Herzens entschlossen habe, zur Malaria-Prophylaxe Medikamente zu nehmen. Tja und schon sind 2 von ca. 14 Wochen um… so schnell vergeht die Zeit.
Gruesse,

Nic