28. September 2005

Mittwoch 28.09.05

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 12:09:34

Heute frueh wars fuerchterlich kalt, musste meinen Winterpulli anziehen…
bin zum Caritasgebaeude gegenueber gegangen um zu schaun, welche Temperatur es hier hat wenn man so sehr friert…
und ich hatte Recht behalten! Um 6 Uhr frueh hatte es gerade mal 27 Grad - also wirklich kalt…brrrr….

Sonst oeffnen wir das Jugendzentrum - die Kids hier sind superangenehm - solche unstressigen hatte ich schon lang nicht mehr - die lassen sich von allem was wir anbieten total begeistern, na und so macht arbeiten richtig Spass… gestresst hat uns von denen auch noch nie jemand.
Und am Freitag geht s endlich nach OUGADOUGOU; der Hauptstadt von Burkina Faso!
Ne Unterkunft in der Innenstadt haben wir hoechstwahrscheinlich auch schon.
Zwei Wochen Urlaub _ Rundreise durch Burkina - ein Traum!
Evtl. schaffe ich es waehrend der Rundreise nicht die Homepage zu aktualisieren - mal schauen.

Ansonsten schaffen wir es jetzt dann hoffentlich endlich ein paar Huehner zu kaufen, heute ist “Grosser Markt”, das heisst hier in der Stadt ist ein Haufen los, weil die Bewohner aus den umliegenden Doerfern alle nach Dapaong WANDERN und mit dem Rad herfahren. Naja und spaetestens bis Mittag haben die dann Dapaong erreicht. Arbeiten tun wir erst ab 13 Uhr heute.
So das wars schon wieder fuer heute,
Gruesse an alle!
Nic

25. September 2005

Sonntag 25.09.05

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 19:21:33

Hab schon laenger nix mehr geschrieben… In Dapaong gabs zwei Tage lang praktisch keinen Strom und zuvor war ein Feiertag (der im Januar verstorbene Oberchef hat wohl vor x Jahren einen Anschlag ueberlebt, und das muss gebuehrend gefeiert werden).
Hab grad nur wenig Zeit deswegen heute Infos in Stichpunkten:
_Am Mittwoch gruenden wir unsere Huehnerfarm: erst mal mit drei Huehnern - > frische Eier
- Haben einen Waechter eingestellt kostet uns zu zweit 20 Euro im Monat (fuer zwoelf Std. Arbeit am Tag), kann ich aus gewerkschaftlicher Sicht nicht vertreten, dass Weisse Leute dermassen ausbeuten, aber hier ist jeder dermassen dankbar ueberhaupt einen Job zu haben, naja und am Ende bekommt er auch noch ne gute Zusatzentlohnung,
auf dem Gebiet wo unsere Wohnung ist gibt s zwar schon zwei, aber angeblich haette ein Stadtteilbekannter Berufsgauner schon versucht unsere Wohnung auszuspaehen…
- Arbeit: Genial aber unendlich viel zu tun:
Stellen gerade noch zwei Mitarbeiter ein, die dauerhaft im JuZe arbeiten werden, haben am Montag zusammen mit einem Togoer geoeffnet, jeden Tag waren weit ueber 100 Leute (alle bisher vollkommen unstressig) da, Tendenz stark zunehmend.
Jeden Tag wird einiges geboten, gestern hatten wir eine von uns moderierte (Jugend)-Vollversammlung mit dem Thema “Zukunft des centre Kisito”, war ein grosser Erfolg, Kids zumindest die aelteren haben teilweise stundenlang diskutiert Ideen eingebracht….
Spass hat s allen gamacht und wir haben jede Menge neues schriftliches Material zum auswerten.
Partizipation wird glaube ich hier super gut laufen.
Parallel zur praktischen Arbeit laeuft viel theoretische Arbeit, wir hatten uns zum Glueck schon vor der Oeffnung Gedanken gemacht, sonst wuerden wir in Arbeit ertrinken -…

-Morgen haben wir ein grosses Treffen mit der “Commission de la Jeunesse” Nordtogos der Caritas um uns ueber die Entwicklung des JugendzentrumsProjektes auszutauschen sowie ueber die Ziele einig zu weden und unseren Bericht den wir bezueglich der Mikroprojekte bzw Einrichtungsbesuche erstellt haben vorzutragen etc.
Morgen Abend treffen wir noch zwei togoische Soziologen.
- freue mich schon auf s Wochenende, da gehts dann naemlich fuer zwei Wochen nach Burkina Faso sowie evtl noch in ein anderes Land
-auch hatten wir nen 24 Stundenbesuch von vier anderen anderen ASAten

-na es gaebe noch soviel zu erzaehlen… aber die Zeit draengt… es kommt heute noch eine potentielle Kandidatin fuer die Frauenstelle vorbei… wenn jemand einen festen Job als Sozpaed in Dapaong will kann er sich ja bewerben, bezahlung ca. 60 Euro im Monat.

Die Wahlen in Deutschlands sind ja auch lustig verlaufen, wir haben uns letzten Sonntag beim Caritschef inquartiert und seinen Fernseher belagert, bei uns gab s die ersten Ergebnisse ja schon um 16 Uhr…
- Uebrigens stehe nach Ortszeit immer schon spaetestens um 6 auf.
Gruesse aus dem sonnigen Togo
an alle,
Nic

@ SILKE: RUF MICH bitte dringend mal an wg. Ougadougou: Mo nachmittag oder DI, MI vormittag. Zeit: DT - 2 = Togo

16. September 2005

Freitag, 16.09.05

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 17:52:54

Wie immer lohnt es sich zu sagen, wo der Schuh drueckt, haben mit verschiedenen Caritas-Leuten lang ueber uns Projekt (Sinn und Zweck - Ziele etc.) diskutiert, daraufhin wurde gestern spontan ne Sitzung einberufen und unsere Vorschlaege mit Zustimmung allesamt angenommen!
Dies bedeutet: Bis naechste Woche machen wir den Bericht ueber die Ergebnisse unser Interviews fertig ( dieser soll Ansaetze fuer moegliche (Jugend-) Mikroprojekte rausarbeiten), zudem geht s naechsten Montag im Jugendzentrum los, und zwar mit einem jungen Mitarbeiter, Vollzeit, der bereits ein wenig Ahnung von Jugenarbeit hat! Dann sind wir ja zwei Wochen weg, wenn wir zurueckkommen wird s aber auch noch ne Frau als Mitarbeiterin gaben.
Problem war die Finanzierungsfrage:
Unsere Argumentation war, dass es absolut unsinnig ist, wenn wir zwei Deutsche das Jugendzentrum leiten und parallel dazu ne (nicht-angepasste-weil europaische) Konzeption erstellen. Haben gesagt, dass sie entweder so ne schlechte Konzeption bekommen die eh nie umgesetzt wird, oder eine bessere: Unser Vorschlag diesbezueglich war, bis Dezember mit Leuten VOR Ort ZUSAMMENzuarbeiten, wie es auch in der Projektbeschreibung stand, um bis dahin eine gute Konzption GEMEINSAM entwickeln zu koennen.
Diese Konzeption kann dann als Grundlage fuer einen Projektantrag dienen (Inhalt: Beschreibung aktuelle Lage, Handlungsbedarf, Ziele der Einrichtung, Zielgruppe, Methoden, Techniken, Gender, Finanzierungsplan, Evaluation…)…in der Hoffnung das die CSU-Alfons-Goppel-Sti. oder sonstwer vielleicht finanzieren wird.
Na und die zwei Mitarbeiter werden erstmal bis Ende Dez eingestellt, mit Chancen auf langfristige Verlaengerung… na mal schauen, ob das alles klappt in der Theorie hat das aber zumindest Hand und Fuss…
Vielleicht hat ja dass ewig lange Gebet vor der Sitzung geholfen, indem um Hilfe von Heiligen gebeten wurde, dass es “eine produktive Sitzung” sein werden wuerde, ohne Streit und Probleme, und unser Geist erleuchtet werden wuerde………………..

Die Regenzeit ist praktisch zu Ende gegangen, die Temperaturen liegt so bei ca. 30- 36 (eigene Schaetzung, hab kein Thermometer, weiss es also nicht so genau - nachdem es immer so heiss ist, fehlt es einem auch Vergleichstemperaturen) Grad.
Ansonsten ist gerade Erntezeit, leider aber mit mittelschlechter Ernte, die letzte vor einigen Monaten war wegen Unruhen und Wetter sehr schlecht, so dass befuerchtet wird, dass es zu einer richtigen Hungersnot kommen wird, die naechste Ernte gibt s ja erst ungefaehr im Mai/Juni wieder, die Preise jetzt schon relativ hoch und fuer Viele sind die Nahrungsmittel jetzt schon zu teuer… Noch dazu wurden alle Baumwollbauern noch nicht vom Staatsunternehmen fuer die Ernte von letztem (!) und diesem Jahr bezahlt und davon gibt s richtig viele… sowas wie Ersparnisse oder verkaeufliches Eigentum haben die meisten Leute nicht so wirklich… naja mal schauen wie sich das so entwickeln wird.
Gruesse,

Nic

14. September 2005

Mittwoch

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 16:53:46

Bin noch gar nicht auf das allernervigste in Togo eingegangen:
Zwischen 15/16 und 18/19 Uhr proben unter unserer Wohnung ( wir wohnen in einem der wenigen Haeuser wo es einen 1. Stock gibt) fast taeglich verschiedene Christenchoere, z.T. auch noch gleichzeitig -> da kann man, ausser man ist wirklich tapfer, nur noch die Flucht ergreifen.

Bin ja mal gespannt, wie am Sonntag die Wahlen ausgehen.

Bezueglich unserer Arbeit gibt s seit heute ein paar Unklarheiten, die werden wir aber in den naechsten Tagen beseitigen.
Unsere 1 Phase: Kennenlernen von x Einrichtungen ist praktisch beendet.
Es hat geheissen, dass in absehbarer Zeit ein Togoer anfangen wird (mit uns) im Jugendzentrum zu arbeiten und ne Konzeption dafuer auszuchecken.
Da wir jetzt praktisch nix mehr zu tun haben, hatten wir beschlossen, ab heute zum Zeitvertreib das Jugendzentrum (in dem bisher immer nur unstressige Kids waren, no drugs and crime) taeglich fuer 3-4 Stunden zu oeffnen, um was halbwegs sinnvolles zu tun: Is zwar net sonderlich professionell, wenn wir die Kids dann nach unseren (europaeischen Werten) erziehen, haben aber beschlossen, dass das nicht so schlimm ist, haben sowieso gedacht erstmal nur “animation” zu machen, d.h. keine Projekte, Exkursionen und “Betreuung” im sozialpaedagogischen Sinn zu machen wie s geplant ist.
ABER: Heute haben wir vom Chef erfahren, dass die Finanzierung vom Togoer noch komplett unklar ist, sowie wer dort arbeiten wuerde… d.h. wir wissen nicht, ob jemals wer dafuer kommen wird.
Is alles recht kompliziert mit der Kommunikation, da bisher alle zwei Wochen immer jemand anders fuer uns zustaendig war und jeder jedesmal was anderes erzaehlt.
Na mal schauen in ein paar Tagen sind wir klueger und irgendwie werden wir es schon deichseln koennen.

Morgen machen wir das Jugendzentrum trotzdem mal auf…
Sollte das mit dem JuZe- Mitarbieter nix werden, muessen wir uns halt ne andere sinnvolle (!) Beschaeftigung suchen, habe keine Lust als Auslaender dauerhaft in einem Jugendzentrum zu versumpfen und ohne Perspektiven und Nachhaltigkeit einfach nur ein bisschen 3animation” zu machen.
Sonst gibt s nix Neues - Alltag halt - kochen, Wäsche per HAndwaschen, nette Leute treffen …….

So das war s dann schon.
Gruesse

12. September 2005

Montag 12.09.05

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 12:47:13

Gestern waren wir wieder mit O und P unterwegs, unsere zwei Freunde (freres) die nicht fuer die Kirche arbeiten, und haben auf Einladung ihre ganze Familie kennengelernt ( Mutter Nr. 1 und Nr. 2 … halt polygam, insgesamt 12 - 13 (Halb) Geschwister), dabei war s wichtig die Vaeter in der richtigen Reihenfolge zu besuchen (”Vater x ist wichtiger”).
Wie zu erwarten, standen wir einen Nachmittag im Mittelpunkt der ganzen Familie. Supernetter Emfang.
Einer der Vaeter hat vor einigen Jahren einen deutschen Baum gepflanzt.

Uebrigens wird Togo evtl. ( bei einem Sieg gegen Kongo Anfang Oktober) bei der WM 2006 teilnhemen, beim letzten Spiel gegen Liberia haben sie es geschaftt 3 zu 0 zu gewinnen, OBWOHL, laut Presse, Zauberer aus Senegal gekommen sind, um die Togoer mittels ihrer magischen Kraefte zu schwaechen.

Sonst hat mich ne 60 jaehrige gefragt, ob sie meine zweite Ehefrau werden darf ( sie war im Glauben ,dass Kristin meine Erste ist), habe aber dankend abgelehnt.
Ach so, sonst wollte ich nochmal was klarstellen, damit es nicht missverstanden wird:
Nahrungsmittel muessen wir in erster Linie selber zubereiten, weil die Togoer mit Wasser ungewissen Ursprungs, und somit ungewissem Inhalt kochen.
Na sonst ist alles ist alles bestens, wir haben viel Spass, bekommen in 10 Tagen Besuch von Zwei ASA-Teilnehmern aus Lome, und arbeitstechnisch beginnen wir mit etwas Glueck (!) diese Woche mit der Arbeit im Jugendzentrum…

09. September 2005

Billigvorwahl

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 14:00:46

Ne Billigvorwahl fuer Togo (handy): 01029 (14 cent die Minute)
Zur Erinnerung meine Nummer:
Handy: 00228 9137648
Festnetz: gibt s nich

Freitag

Filed under: TOGO 2005 — Nic um 13:39:09

Salut,
Na die letzten Tage waren erlebnisreich,
Um 8 Uhr frueh losfahren, durch ganz Nordtogo duesen ( Auf der wichtigsten Nationalstrasse (groesstenteils sogar geteert!) Togos ganze 50 km/h - weiss ich genau sind naemlich zum zweiten Mal mit nem Auto gefahren wo der Tacho geht! - die restlichen Haupt und Nebenstrassen sind durch die Regenzeit ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden, ohne Pick-Up geht da nix) und unzaehlige Interviews fuehren, Small-talk ….
Na und solche Interviews koennen ganz schoen schlauchen - teilweise mit Dolmetcher - muss man verstehen was die Leute aussagen wollen (Ihr franzoesisch ist oft nicht so toll, zudem gibt s die interkulturellen Unterschiede wie man Sachen formuliert…), kluge Fragen stellen und gleichzeitig protokollieren… aber Spass macht s und man sieht richtig viel vom Land… noch dazu mit Gaston der gleichzeitig unser “Reisefuehrer” ist und alles erklaert.
Gesundheitszentren in der Pampa, Ausbildungsstaetten, Internate, Frauenzentren, Behindertenheime… alles natuerlich nicht-staatlich, gibt nichts anderes
na und das (vorlaeufige) superkurze Gesamtfazit: Ueberall dasselbe Problem:
Sogar mit Ausbildung kann keiner im ausgebildeten Beruf arbeiten, weil z.B. eine Naehmaschine ein Halbjahreseinkommen kosten wuerde und keiner das Geld dafuer hat, haben meistens nicht mal ausreichend zu Essen, so dass ein Ausbildungszentrum dieses Jahr zwei Monate schliessen musste, damit sich die Jugendlichen irgendwas besorgen koennen.
Ins Internat gehen viele auch nur bis Mittwoch, Donnerstag, weil dann das Essen ausgeht und sie ins Heimatdorf zurueckgehen, um zu versuchen dort was zu bekommen… .
Na mal schauen, ob man wenigstens fuer die Ausbildungsabgaenger evtl. Mikrokredite organisieren kann, es gibt da so ne Einrichtung mit der wir ganz vielleicht zusammenarbeiten koennten, muss ich mal fragen.
Ansonsten fangen wir evtl (”c est l afrique”) naechste Woche an im Jugendzentrum zu arbeiten.
Heute haben wir frei, dafuer geht s morgen wahrscheinlich weiter.

Momentan ist die Savanne komplett gruen und zugewachsen, es wimmelt von Chamaeleons, Schlangen und komischen Insekten, unter anderem Killerfliegen, die einem die Haut wegaetzen ( ist unserem Priester-Kollegen passiert). Wollte eigentlich ein Chamaeleon fuer unser Wohnzimmer mitnehmen, aber leider ist Kristin dagegen… als Insektenfaenger ein Traum.
Erst im Oktober - November wird sich die Savanne wohl komplett veraendern und die feuerrote Erde zum vorschein kommen.