10. September 2006

Paris by night

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 14:15:57

Am Freitag bin ich mit einem Kollegen und seinen expatriierten Freunden im Stadtzentrum unterwegs gewesen.
Nach einigen Stunden im ‘ Petit Paris‘, ging’ s ins ‘Trio’ und abschliessend ins ‘3615′.
Abends ist hier einiges los.
Die VOGELGRIPPE (auf frz. ‘grippe aviaire’) ist auch in Conakry angekommen….
….so heisst der der neueste TANZSTIL der Ivoirien (Bewohner der Elfenbeinkueste - die in Westafrika immer die mesiten musikalischen Hits landen). Ich liebe den afrikanischen Humor!

Die guineische Musik ist uebrigens hervorragend.
Abschliessend gab’ s die obligatorische, naechtliche, illegale Militaersperre, aber das ist hier normal und auch kein Problem. Zumal ich das grosse Glueck habe einen Arbeitsausweis zu haben, wenn man den zeigt kann man eigentlich immer gleich weiterfahren.
Fuer die Einheimischen ist es oft wesentlich schwieriger.
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Zu der Frage , ob ich nur Kontakt zur “UN-Bevoelkerung habe”:
Nein habe ich nicht, ausserhalb der Arbeit (aus der unter der Woche mein Tag besteht) hab ich mit einer Ausnahme nichts mit UN-Mitarbeitern zu tun.
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Die Guineer mit denen ich zu tun habe arbeiten oder wohnen in der mission catholique.
Hier in Guinea laeuft alles ein wenig anders, und aufgrund vieler Gruende ist es nicht so einfach wie in Togo (wo ich in einer Kleinstadt gelebt habe) “normale Einheimische” kennenzulernen.
Ist an sich nicht so schlimm, aber man bekommt sicher weniger vom normalen guineischen Alltag mit.
Dafuer bekommt man viele Geschichten aus aller Welt mit und das ist auch ganz spannend.
Fazit: Alleine dadurch, dass ich mit anderen Bevoelkerungsgruppen zu tun habe wie in Togo, unterscheidet sich mein Aufenthalt in Guinea komplett von dem in Togo.
Also bis bald,

Nic

07. September 2006

Neuigkeiten aus “Can I Cry” (wie hier alle zu Conakry sagen)

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 17:26:25

…. und die Arbeit geht weiter:
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Die Fluechtlinge die hier so leben sind zum Teil echt ganz schoen traumatisiert, aber auch kein Wunder wenn man so weiss was in Sierra Leone und Liberia so passiert ist (vgl. z.B. amnesty ).
Und bei jedem zweiten Gespraech erzaehlen die Leute einem was ihnen 2000 in Guinea alles passiert ist, als es zu schwersten Ausschreitungen gegen Fluechtlinge kam.
Positiv ist, dass sich die Lage sowohl in Sierra Leone, wie auch in Liberia in den letzten 2 Jahren stark gebessert hat, und hundertausende Fluechtlinge bereits zurueckkehren konnten.

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Ich wohne uebrigens am ehemaligen Hauptbahnhof: Lustig bzw. westafrikanische Besonderheit: Jedes Gleis (ca. 4 Stueck) hat sein eigenes Bahnhofsgebaeude. Es gibt sogar noch ein paar Zuege die in erster Linie zum Waeschetrocknen dienen.

Zu all euren Fragen:

Bezueglich Fotos: Kann noch dauern, bis ich welche ins Internet setzte, ehrlich gesagt fehlt mir naemlich hier der Mut ein wenig zu fotografieren - Hier kann man naemlich ganz schnell aehnliche, aber wesentlich schwerwiegendere Probleme bekommen, als die, die ich ansatzweise schon in Togo, Lomé hatte… … … … … .

@Weiden: Ja der Unhcr hat Stromaggregate, das mit der Strassenbahn ist eine geniale Idee. Das waere hier der Clou: Da Conakry ja ein schmaler Landstreifen ist, der ins Meer reinragt, muesste die StraBa im Prinzip immer nur auf einer Geraden hin und her fahren.
Mc D.-verschnitt war uebrigens ganz ok.
@Schiri: Hier gibt s sogar einen Doenerstand! Kein Witz. Ich frag mal nach, ob das Fleisch aus Bayern importiert ist… .
@Ela: Gesundheitsversorgung planen ist nicht mehr - die wird naemlich gerade abgebaut… . Schon mit deiner D. angefangen? WIe war’ s in Spanien?

So zur Info, die Bewohner von Conakry nennt man Conakryka fast so lustig wie Ougadougoulais (Ougadougou - Conakry) oder Dapaongolais (dapaong - Togo).

So, mehr faellt mir gerade nicht, am Wochenende gibt s wieder laengere Infos.
Beste Gruesse nach Dublin, Paris, Bamako, Ecuador, Muenchen, Weiden, Nuernberg, Bayreuth, Berlin…. !

Nic

04. September 2006

Alltag in Conakry

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 12:15:32

Heute hat die zweite Arbeitswoche begonnen.
Arbeit:
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Die Kollegen sind alle sehr nett, sehr gebildet und motiviert, eine bunte Mischung aus ein paar Europaern, Amerikanern, Personen aus Burundi, Ruanda, Kongo, Lateinamerika,
Christen, Muslimen (die ihre #traditionnelen Gewaendern# tragen), sprich ein kunterbunter Haufen, der dem ersten Anschein nach sehr effektiv zusammenarbeitet.

Ab Mitte September bin ich fuer 2 Wochen Mitglied einer dreikoepfigen Evaluierungsgruppe, die Interviews mit Fluechtlingen durchfuehren wird.

Die Fluechtlinge aus Liberia und Sierra Leone haben uebrigens ein brutales Englisch drauf, das kaum zu verstehen ist. Schon mit dem Franzoesischem ist es hier manchmal nicht einfach.

Freizeit:
-Habe ein ruhiges und schoenes Wochenende verbracht, am Samstag Abend war ich auf einer Geburtstagsfeier.
-Am Freitag verlassen leider zwei nette Franzosen mit denen ich sehr viel Zeit verbracht habe die Unterkunft - dafuer ist jetzt ein Spanier gekommen der fuer zwei Jahre da ist.
-Fussball: Gestern hat in Conakry Guinea gegen Algerien gespielt. War nicht im Stadion, habe das Spiel aber angeschaut bzw. angehoert (es gab 6 Stromausfaelle, so dass wir zwischendurch im Radio hoeren mussten).
-Am Samstag bin ich mal so richtig dekadent gewesen und in eine Art Mac Donald gegangen (”Hamburger Hills”).
-Mitte September beginnt der Ramadan, hier in Guinea sind ca. 90 % der Leute Muslime, wer ein Osama Bin Laden T-Shirt haben will kann sich gerne bei mir melden… im Regelfall handelt es sich aber um gemaessigte Muslime.
-Abends schwirren oft Dutzende von Fledermaeuse um unsere Unterkunft - ein herrlicher Anblick.

-Von wegen Geld stinkt nicht: Am Anfang meine Aufenthaltes habe ich hundertfuenfzig Euro gewechselt, ein Drittel habe ich noch uebrig und in meiner Schublade deponiert… allerdings stinken die Scheine dermassen, dass ich ueberlege die luftdicht in einer Plastiktuete zu verpacken.
Fazit: Geld stinkt.

Naja wenns gerade regnet bekommt man oft ein nasses, teilweise verschlammtes Buendel an Scheinen. Die kleinsten Scheine sind hier 1,3 Cent wert.
Der offizielle Wechselkurs bei der Bank ist wesentlich (!!!) schlechter als auf dem “Markt”, da momentan aufgrund der Inflation alle Euros haben wollen.

Telefon:
Vom Deutschland aus haben mich bisher alle auf Anhieb erreicht… sehr ungewoehnlich, vielleicht ist die Verbindung nach Deutschland ueberdurchschnittlich gut.
Denn die Verbindung nach Frankreich und vor allem im Land ist furchtbar.
Hier in Conakry sieht man ueberall Leute rumstehen, die 100 Mal hintereinander versuchen eine Person zu erreichen - zumeist erfolglos…. . Naja, hier in Guinea ist doch vieles anders (Auch in Vergleich zu Togo).
Vor 10 Jahren gab es Wasser, Strom, oeffentliche Vekehrsmittel, heutzutage sieht s hier wirklich richtig schlecht aus.

Vielen Dank fuer die ganzen Kommentare, das motiviert richtig zu posten!!!!!
Gruesse an Euch alle!
Nic

PS: Ich moechte an dieser Stelle auf die Homepage von der Sanne hinweisen die bald fuer ein halbes Jahr in Ecuador sein wird: www.woistdiesanne.de.vu
Wie ueblich erstellt vom Paddy.