30. Dezember 2006

WoistderNic??????????

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 11:58:52

In DEUTSCHLAND.

Und unter der selben Handynummer wie gewoehnlich erreichbar.

26. Dezember 2006

Sprachspielereien

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 17:05:00

Meine Sprachkenntnisse verschlechtern sich immer weiter, in dem Glauben mich kulturell adaptieren zu muessen mutiere ich insbesondere in der franzoesischen und englischen Sprache zum Sprachanarchisten.

Vorteil:
Ich habe hier die Freiheit so zu sprechen wie ich will ohne Ruecksicht auf Grammatik.
Zudem verstehe ich sierra-leonisch und liberianisch-Englisch (Pidgin-Englisch).

Nachteil:
Ich befuerchte dass meine Mutter mich kaum noch verstehen wird, wenn ich mich mit Ihnen unterhalte.
C’est dou? Awa.
Tu est beaucoup fatigue?
Pas d’abord.

Das mit den Sprachen ist hier nicht so einfach, es gibt einfach zu viele,
so viele, dass ich weder in
Kissi,
Tamba,
Soussou,
Malinke,
Peulh,
oder zumindest Wolof
die Leute richtig begruessen kann.

21. Dezember 2006

Korrektur + Conakryinfos

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 17:25:47

Wahrscheinlich geht es Mitte Januar dann doch nach N’zerekore in den Suedosten Guineas.
Freut mich. Dann komme ich endlich mal ein bisschen aus dem Moloch Conakry raus und die Arbeit klingt auch ganz spannend (Gezielt Interviews mit Fluechtlingen aus den Lagern durchfuehren, um Loesungen fuer ein paar bestimmte Probleme zu finden). Aber sicher ist immer noch nichts.. .

Ansonsten ist es hier nicht so wirklich besinnlich-weihnachtlich, abgesehen von der bereits erwaehnten, mit Weihnachtskugel behaengten Palme die “Stille Nacht, Heilige Nacht” singen kann.

Conakry braucht dringend ne U-bahn, hier steht aufgrund der Tatsache, dass nur zwei Hauptstrassen ins Stadtzentrum fuehren (da wie ihr alle wisst Conakry fast eine Insel ist und das Stadtzentrum sozusagen im Meer liegt) oftmals der ganze Verkehr still.
Meine Kollegen brauchen um abends in die banlieus/Vorstaedte zu kommen zwei Stunden, obwohl ihre Stadtviertel nur einige Kilometer entfernt sind - und vormittags ist es auch nicht viel besser um in die Stadt zu kommen.
Fazit: Wer ausserhalb des Stadtkerns lebt hat verloren, nur dummerweise ist das Stadtzentrum fuer fast alle Menschen viel zu teuer und eh schon uebervoelkert.

So langsam bin ich auch am ueberlegen, ob Bartholomaeus Grill (seit vielen Jahren Afrikakorrespondent u.a. fuer “die Zeit” ) nicht doch recht hatte, als er Conakry in seinem Waelzer (”Ach Afrika”) als “trostloseste und haesslichste Stadt des Kontinents” bezeichnet hat.
Zumindest mit dem “haesslich” stimme ich ueberein.

Aber nichtsdestotrotz hat die Stadt auch ein paar gute Seiten… (Naehe einiger traumhafter Inseln, ab und zu mal die Moeglichkeit auf ein gutes Konzert zu gehen) und ausschlaggebend fuer die Zufriedenheit ist nicht hauptsaechlich der Ort, wo man ist, sondern ob man nette Leute kennengelernt hat und ob die Arbeit Spass macht.

19. Dezember 2006

Deutschland versus Conakry

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 18:39:54

Hier gibt’s wohl definitiv dieses Jahr keinen Streik mehr, “oben” gehen wie ueblich die Intrigenspielchen weiter, es geht schliesslich um die Nachfolge… .

Ich freue mich schon auf Ende naechster Woche: da geht’s zwar von +33 auf 0 Grad runter, dafuer gibt s lecker Essen, Familie, Feste, Freunde und das alles fuer ein bisschen mehr als zwei Wochen!
Ich kann dann endlich wieder Buecher kaufen, was anderes als Fisch essen, Deutsch reden, U-Bahn fahren, Zeitung lesen(!) … dass tut dann auch mal wieder ganz gut.
Und anschliessend kann ich wieder mit Buechervorraeten nach Conakry zurueckkehren, mich auf meine Mali(?)reise im Maerz freuen, im Schatten unserer Riesenpalme die Sonne geniessen, mit Freunden zu den Inseln rausfahren, Bizap schluerfen, palavern, Sekoubo Bamibino hoeren, auf guineische Konzerte gehen und arbeiten.
Klingt eigentlich nicht schlecht.
Uebrigens gehe ich im Januar doch erstmal nicht in den Suedosten Guineas (Grenze Liberia, Sierra Leone) um dort zu arbeiten, denn, das was ich haette tun sollen ist bereits erledigt worden.
Aber zwischen Februar und Juni wird es sicher noch klappen.
Danke uebrigens fuer ueber 2000 Seitenansichten seit Anfang September!

18. Dezember 2006

Miniinfos

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 14:52:15

Ich erfreue mich endlich wieder bester Gesundheit!
Nach zwei Wochen wurde es auch langsam Zeit wieder richtig gesund zu werden.
Am Wochenende bin ich auf einem genialen Konzert (Refugee All Stars) gewesen.

Gruesse,
Nic

13. Dezember 2006

Von Krankheiten, schlechten Aerzten, Preiserhoehungen

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 18:42:22

Na da hats mich gesundheitlich in den letzten Tagen gut erwischt.
Unter Schnupfen, Husten, einer entzuendeten Wunde am Fuss (mikroskopisch kleine Verletzungen entzuenden sich hier recht gern), Durchfall und Muedigkeit habe ich die letzten Tage ein wenig gelitten und deshalb sogar teilweise nicht gearbeitet.
Nachdem ich das alles halbwegs auskuriert hatte, hat sich dann
gestern hat rausgestellt, dass ich auch noch eine leichte Mittelohrentzuendung habe.
Heute, dass ich zwei habe.
Bin gestern beim Botschaftsarzt gewesen, der aber nicht so sonderlich clever war und mir irgend ein komisches lokales Narkotikum verschrieben hat.
Nachdem es heute nicht besser ging, bin ich zum anderen Botschaftsarzt, der dann bestaetigt hat was ich schon gestern dachte: das, was mir verschrieben wurde ist gelinde gesagt: vollkommender Schmarrn.
Ausloeser der Erkrankungen: 25 Kilometer Zugluft - sprich einer Fahrt mit einem normalen Taxi in die Vororte Conakrys.
Das naechste mal packe ich ein: Einen Schneeanzug, Schal und Muetze.
Passt ja eigentlich ganz gut zur Weihnachtsstimmung - erst heute wurde unser Tropenbaum im Innenhof des Gaestehauses mit Weihnachtskugeln und Glittergirlanden behaengt.
A propos Gaestehaus. Ab Januar werden die Preise um 100% erhoeht. Da ich ein besonderer Gast bin, der laengerfristig da ist, konnte ich die Preiserhoehung auf 50% runterhandeln.
Klingt zwar recht viel, ist aber ok, da die Waehrung ja andauernd an Wert verliert (seit Beginn meines Aufenthaltes hat die Waehrung ca. 25 - 30 % an Wert verloren).
Der Generalstreik der fuer Montag angekuendigt war hat uebrigens erstmal nicht stattgefunden und wird evtl. erst im Januar (oder spaeter oder gar nicht) stattfinden, da es langsam auf Weihnachten und das “Fest der Schafe” zugeht und die hiesige Bevoelkerung sich waehrend Festen nicht mobilisiert.
Meine Mitbewohner hoffen, dass beim letztgenannten Fest auch das Schaf geschlachtet wird, welches meint des Nachts ab vier lautstark rumbloeken zu muessen.
Bei der Botschaft war ich dann heute auch noch, ich moechte naechstes Jahr in FR waehlen koennen, das klappt aber nicht, da mein unfaelschbarer Personalausweis angeblich keine Bestaetigung ist dass ich die frz. Staatsangehoerigkeit besitze.
Ich braechte neben 8 anderen komischen Dokumenten von denen ich teilweise noch nie gehoert habe, eine franzoesische Geburtsurkunde, nur dummerweise habe ich die nicht da ich in Deutschland geboren bin, aber das wiederum ueberfordert die Behoerden.
-> Ich bin Nichtwaehler.

Soviel fuer heute, ich wuensche euch ne schoene Weihnachtszeit - bis bald.

Nic

09. Dezember 2006

Arktische Temperaturen in Guinea

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 13:28:59

Diese Woche bin ich fuer zwei Tage ein wenig erkaeltet gewesen (-> arbeitsfrei) .
Kein Wunder es beginnt hier aufgrund des Harmattans fuerchterlich kalt zu werden, ich habe endlich Zugang zu einem Thermometer, nachts hat es doch tatsaechlich mitunter nur noch 28 bis 29 Grad!
Kein Wunder, dass ich fast jede Nacht aufwache und friere… .
Die Guineer lachen mich regelmaessig aus (”du bist kein Europaer”), da sie sich immer ueber die “unertraegliche” Hitze beschweren und ich mich gelegentlich beklage, dass ich es zu kuehl finde.
Niemals wuerde ich auf die Idee kommen nachts die Klimanlage oder Ventilator zu verwenden.

Uebrigens ist es eine typisch “europaeische” Frage, wenn man sich erkundigt wie lange es kein Benzin geben wird, ich habe diese Frage gar nicht gestellt, denn:
man weiss es so oder so nicht, es kann ein kurzer Mangel fuer wenige Stunden sein, oder halt fuer viele Wochen, man wird schon sehen… .