Mit Geruechten ist es in Guinea so eine Sache…
..man weiss meistens nicht so genau was dahinter steckt.
Neuigkeiten verbreiten sich hauptsaechlich ueber Gespraeche.
Zeitungen sind rar und unbezahlbar, zudem wird immer folgendermassen zitiert: “eine Kontaktperson die im Umfeld des xy arbeitet berichtete uns…” mit dem Zweck den Informanten zu schuetzen, falls es einen solchen Informanten gegeben hat.
Wenn man die informelle Information bekommt:
“Morgen gibt es einen Streik” - dann heisst es noch lange nicht, dass das stimmt, vielleicht hat einfach irgendwer in Conakry gesagt, dass man streiken muesste, das wurde dann falsch interpretiert und per Geruecht immer weitergegeben.
Zwei weitere Beispiele von dieser Woche:
- “Der Praesident lag fuer sechs Stunden im Koma”:
Man wird wahrscheinlich nie erfahren, ob das stimmt oder nicht.
- “Die Verlaengerung der Fluechtlingsausweise des UNHCR dienen in Wahrheit dazu, uns fuer die Reise nach Europa (per Schiff) zu registrieren.”
Tja, dass ist ein sehr gefaehrliches (!) Geruecht, momentan empfangen wir taeglich 1000 Fluechtlinge um ihre Ausweise zu verlaengern (was uebrigens richtig stressig ist). Manche Fluechtlinge hoffen/bilden sich ein, dass Amerika, Schweden oder ein anderes Land sie aufnehmen wird, da in den vergangen Jahren tatsaechlich ein paar 100 Fluechtlinge legal “weiterwandern” durften.
Selbstverstaendlich versuchen wir mit allen Mitteln die Fluechtlinge immer ueber ihre reale Situation aufzuklaeren, allerdings ist ihre Hoffnung teilweise so stark, dass man so viel erzaehlen kann wie man will - die Fluechtlinge aber teilweise trotzdem weiterhoffen werden.
Gefaehrlich ist das deswegen, da die Fluechtlinge in grossen Gruppen aus Enttaeuschung durchaus stressig werden koennen. Aber in der Zwischenzeit haben die Fluechtlinge glaube ich ueberwiegend verstanden, dass lediglich ihre Ausweise verlaengert werden.
@DG - Carburant: Pour le HCR il n y a pas de probleme, car on a des tres grandes reserves.
Geruechteweise gibt es kein Benzin mehr, da ein Tanker Conakry verlassen hat, da (die guineische Regierung?) nicht in Euro zahlen will, sondern wie ueblich mit guineischen Francs.
Geruechteweise koennen manche Personen hier einfach zur Bank gehen und so viel Geld nehmen wie sie wollen.
Geruechteweise steht eventuell (wie eigentlich dauernd) ein Generalstreik unter dem Titel “grève de l’assaut final” (”Streik des finalen Angriffs”) bevor, aber wahrscheinlich wird er die Tage eh nicht stattfinden… wenn auch irgendwann schon.
Im Prinzip ignoriert man schon fast solche Informationen, bis man eines Tages doch ueberrascht werden wird?
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Nic
Sorry, dass ich momentan eher selten schreibe, aber auf der Arbeit, wo ich Internetzugang habe, habe ich seltenst 10 Minuten freie Zeit, da aktuell zu viel zu tun.