31. Januar 2007

Kinotipp

Filed under: GUINEA 2006/2007 — Nic um 23:57:48

Für Leute die´s interessiert:
Der Kinofilm “Blood Diamonds” der am letzten Donnerstag angelaufen ist spielt in Sierra Leone (und teilweise in Guinea)
und ist ganz gut,
auch wenn ein wenig actionlastig und auch wenn alle Afrikaner nur Statisten sind, die teilweise etwas “dümlich” rüberkommen.
Prädikat: sehenswert, wenn einem das Thema interessiert und/oder man einen guten Actionfilm sehen möchte.
Zum Thema Blutdiamanten hatte ich schon mal was geschrieben, und zwar hier.

In Guinea hat sich die Lage wieder beruhigt, man geht davon aus, dass ab jetzt Ruhe herrschen sollte.

Conakry

Filed under: GUINEA 2006/2007, Photos, Politik - Guinea — Nic um 23:34:03

30. Januar 2007

wohingehtdernic

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 16:52:41

And the winner is: GUINEA.
Jetzt steht es definitiv fest.
-> nächste Woche: Rückflug.

www.wohingehtdernic.de.vu

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 12:07:25

Ich werde die Seite umbenennen. Statt woistdernic wohingehtdernic.
Ganz schön anstrengend wenn man seit Wochen nie weiss, wann es wohin geht. Vielleicht geht es am Wochenende nach Guinea, vielleicht auch nach Kamerun oder nirgends hin. Ich weiss es nicht. Wie schon die ganze Zeit. Und das beginnt ein wenig zu nerven.
Klar ist eigentlich nur, dass es nicht nach Sierra Leone, Liberia, Senegal, Benin hingeht.

27. Januar 2007

?

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 11:31:26

In Guinea hat sich die Lage wieder etwas entspannt, der Generalstreik ist zu Ende, der Präsident gibt wohl (einen Teil?) seine(r) Macht ab, an einem Premierminister den er selber aussucht, viel wird sich wohl nicht ändern.

24. Januar 2007

So jetzt wird´s kompliziert

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 18:05:28

Muss dann wohl in spätestens zwei Wochen
nach Guinea
oder nach Liberia,
oder nach Sierra Leone,
oder nach Senegal,
oder nach Kamerun,
oder nach Benin,
oder nach Ghana,
oder in die Schweiz (Genf)
fahren um dort zu arbeiten.
Wohin, das weiss ich noch nicht.
Aber eins davon wird´s sein.

23. Januar 2007

Unruhen in Guinea: Artikel aus der taz

Filed under: GUINEA 2006/2007, Politik - Guinea — Nic um 23:03:59

Warum selber schreiben wenn auch andere das tun - Aus der morgigen taz zwei Artikel:
(Alternative Artikel sind auch zu lesen in Süddeutsche, Junge Welt, FAZ etc.)

1.
GUINEAS POLIZEI UND ARMEE ERSCHIESSEN 30 DEMONSTRANTEN

Die gewaltsame Niederschlagung der landesweiten Massenproteste in Guinea am Montag hat nach neuesten Bilanzen 30 Tote und 150 Verletzte gefordert. 25 Tote gab es allein in der Hauptstadt Conakry, wo laut Augenzeugen Polizei und Armee scharf auf die Demonstranten schossen. Vier der Toten sind Kinder. Der seit 10. Januar währende Generalstreik ging gestern weiter. Conakrys Stadtzentrum war von Sicherheitskräften abgeriegelt. Die vier wichtigsten Gewerkschaftsführer Guineas wurden am Montagabend für mehrere Stunden von der Präsidialgarde verschleppt und verprügelt, bevor sie mitten in der Nacht wieder freikamen. Einer von ihnen, Ibrahima Fofana, habe ein Auge verloren, meldete gestern die Website “Guineenews”. Ärzte in Conakrys Donka-Krankenhaus berichteten, ihnen würden angesichts des Ansturms von Menschen mit Schusswunden die Medikamente ausgehen. Notoperationen würden ohne Narkose auf Fluren durchgeführt. D.J.

2.

Guineas Krise stört Westafrikas Aufbau
Im vom Bergbau geprägten Guinea sind die Gewerkschaften zur Speerspitze der Opposition gegen den autoritären Präsidenten Conté geworden. Jetzt herrscht Gewalt, und das gefährdet geplante Milliardeninvestitionen in Westafrikas instabilster Region

VON DOMINIC JOHNSON

Das blutige Vorgehen der Staatsmacht in Guinea gegen friedliche Demonstranten hat die Krise des Regimes von Präsident Lansana Conté weiter verschärft. An eine friedliche Reform des Herrschaftssystems Conté, der seit 1984 regiert und mehrfach Wahlen manipuliert hat, glaubt Guineas Opposition nicht mehr. Sie verlangt eine neue Regierung - egal wie. Vom parlamentarischen Weg hat sie sich längst verabschiedet.

Guinea ist ethnisch und kulturell äußerst heterogen, und die Parteien des Landes haben nie aus ihrer regionalen Verankerung herausgefunden. Die einzigen politischen Kräfte in Guinea mit nationaler Ausstrahlung sind die Gewerkschaften und das Militär. Guineas Armee fühlt sich von Präsident Conté vernachlässigt und wird regelmäßig von Oppositionspolitikern als möglicher Vollstrecker eines Putsches zur Vorbereitung einer Demokratisierung ins Gespräch gebracht - so wie 2005 in Mauretanien oder 1991 in Mali.

Die starke Rolle der Gewerkschaften erklärt sich aus der industriellen Prägung Guineas, das ab der Unabhängigkeit 1958 im Bündnis mit der Sowjetunion den Weg der staatlich gelenkten Industrialisierung durch Rohstoffextraktion verfolgte. Guinea ist heute der weltgrößte Exporteur des Aluminiumerzes Bauxit, mit Ausfuhren von einer Million Tonnen im Monat, und hält gigantische Reserven auch an Eisenerz, Gold und Diamanten. Die Arbeiterschaft im Bergbau wurde lange als gesellschaftliche Avantgarde gehätschelt und fühlt sich heute vernachlässigt - der einstige staatliche Monopolist CBG (Compagnie des Bauxites de Guinée) wurde durch Misswirtschaft in den Ruin getrieben, und die heutige 51-prozentige Mehrheitseignerin Halco, ein US-kanadisches Aluminiumkonsortium, nimmt weniger soziale Aufgaben wahr.

Der seit 10. Januar laufende Generalstreik ist der dritte in einem Jahr. Er nahm seinen Ausgang in Protesten in der Bergbaustadt Kamsar Ende Dezember. Sein unmittelbarer Auslöser war aber die von Präsident Conté zu Jahresbeginn dekretierte Wiedereinsetzung des kurz zuvor wegen Korruption abgesetzten und inhaftierten Arbeitgeberchefs Mamadou Sylla, der reichste Mann Guineas. “Die Justiz bin ich”, hatte Conté erklärt.

Seitdem ist undenkbar, dass die für Juni angesetzten Parlamentswahlen korrekt stattfinden können, solange Conté regiert. Von ihrer Durchführung hängt ab, ob die EU ihre im Dezember verkündete Wiederaufnahme der Entwicklungshilfe für Guinea komplett umsetzt - es geht um 117 Millionen Euro, bei einem Bruttosozialprodukt von 3 Milliarden Euro viel Geld.

Eine Initiative von außen zum Regimewechsel in Guinea mag niemand starten. Dafür ist Conté in Westafrika zu mächtig und stand international meist auf der richtigen Seite. Von Guinea aus operierten die Rebellen, die 2003 Liberias Präsidenten Charles Taylor stürzten. Zuvor half Guinea bei der Zerschlagung der Taylor-unterstützten Rebellen in Sierra Leone. Conté ist dadurch in den Genuss von US-Militärhilfe gekommen.

Politisch somit in günstiges Licht getaucht, ist Guinea attraktiv für Großinvestoren geworden. Mit rund fünf Milliarden Dollar sind die geplanten Investitionsprojekte für Bauxit- und Eisenerzförderung in den Nimba-Bergen im Grenzgebiet von Guinea und Liberia größer als die gesamte bisherige Volkswirtschaft Guineas. Die US-Firma Global Alumina baut im Bauxitrevier von Sangaredi für zwei Milliarden Dollar eine Aluminiumschmelze. Der britische Bergbaumulti Rio Tinto erwarb im Juni 2006 die Eisenerzkonzession von Simandou, wo zwei Milliarden Tonnen hochwertiges Eisenerz vermutet werden.

Eine neue Eisenbahnlinie quer durch Guinea soll den Rohstoff in Exporthäfen bringen. Hunderte Unternehmer besuchten letztes Jahr ein Guinea-Wirtschaftsforum in Düsseldorf, wo Guineas Regierung diese und weitere Großprojekte vorstellte. Auf der liberianischen Seite der Nimba-Berge hat der weltgrößte Stahlproduzent Mittal Steel die Eisenerzförderrechte erworben.

Von diesen Großprojekten erhofft sich Westafrika einen Aufschwung in seiner ärmsten Region. Realisiert werden können sie aber nur bei Stabilität. Die liefert das Conté-Regime nicht mehr. Im Südosten Guineas werden sogar Flüchtlingsbewegungen gemeldet, und auf den Weltmärkten schossen gestern die Aluminiumpreise in die Höhe. Denn zum ersten Mal legen Guineas Streikende seit dieser Woche auch die Bauxitminen und Häfen lahm - und treffen damit die Lebensader des Landes.

taz vom 24.1.2007, S. 10, 150 Z. (TAZ-Bericht), DOMINIC JOHNSON