27. Februar 2007

Mehr “private” Fotos habe ich nicht. Übrigens sind auf diesen Fotos “nur” die “normalen” Einheiten zu sehen.
Von den Eliteeinheiten der “berets rouges” die von westlichen Staaten ausgebildet werden und die für einen nicht geringen Teil der Taten verantwortlich sind, habe ich keine.
Hier die schmale Stelle zwischen dem kleinen Stadtzentrum und dem Rest der Stadt (das Stadtzentrum Conakrys ist ja quasi eine Insel, was für Evakuierung etwas unpraktisch war… ich hätte evtl. die Möglcihkeit gehabt mit nem Boot nach Sierra Leone, Freetown zu kommen, war mir aber dann doch zu unsicher… noch unsicherer)


Guinea-News:
Der Präsident hat einen Premier ernannt der von den Gewerkschaften vorgeschlagen worden ist.
Somit besteht tatsächlich eine Chance auf Änderung, ich möchte noch nicht zu früh urteilen, aber es sieht nicht schlecht aus.
Die Lage entspannt sich, gestern wurde von den Gewerkschaften eine Art Gedenktag für die Toten der letzten Wochen ausgerufen, heute beginnen die Menschen erstmals wieder das Arbeiten.
Für Leute die es interessiert ein kleiner “Politik-Exkurs”:
Gewerkschaften versus Parteien
Einer der interessantesten Aspekte bezüglich dem was in Guinea in den letzten Wochen passiert ist, ist meiner Ansicht nach die Rolle der Gewerkschaften die “Begründer” einer breiten Bewegung gewesen sind.
Die “traditionellen” Oppositionsparteien die zwar nie bedeutend waren, aber trotzdem immer präsent, haben sich in den Gewerkschaftsverhandlungen überhaupt nicht eingemischt und auch nicht versucht “Mitglieder” zu rekrutieren oder die breite Gewerkschaftsbewegung für ihre Belange zu nutzen. Einzig haben sie ihre “Solidarität” mit den Gewerkschaften ausgesprochen, und gesagt, dass sie für die selben Ziele eintreten, dies aber ohne sich in Vordergrund zu drängen.
Dies wird mitunter so interpretiert, dass die Oppositionsparteien einfach erst einmal hauptsächlich einen Regierungswechsel wollen, und Angst hatten “die Bewegung” der Bevölkerung zu spalten bevor es zu einem Politikwechsel kommt und die Bewegung somit geschwächt wäre.
Die Gewerkschaften wurden von der Bevölkerung vollständig als ihre Repräsentanten anerkannt, viel mehr als dies mit den Parteien möglich gewesen wäre.
Mit anderen Worten: Das, was die Gewerkschaften gemacht haben, hätten die Parteien so nicht schaffen können.
26. Februar 2007
Wohnungs-ticker: Super. Einzig fehlt eine Heizung, da es nachts wirklich kalt ist.
Senegal-ticker: Wade (der bisherige Präsident der über 80 Jahre alt ist) wird die Präsidentschaftswahlen wohl in der ersten Runde gewinnen. Gestern war Wahltag und es ist trotz “Horrorszenarien” ruhig geblieben. Eine deutsche Zeitung hatte gar vermutet, dass es einen Putsch geben könnte… .
Guinea-ticker: Es sieht gut aus - aber man muss noch abwarten bevor man wirklich urteilt: Der “Präsident” hat nach einem Gespräch mit einem Verhandlungskomitee der CEDEAO zugestimmt einen neuen Premierminister zu ernennen der viel Macht besitzen wird und nicht “aus seinem Umfeld kommt”. Das Kriegsrecht ist am Freitag abgelaufen, die Weiterführung des Generalstreikes wurde von den Gewerkschaften vorerst ausgesetzt.
Besuchs-ticker: Am Wochenende bekomme ich für 10 Tage Besuch aus Deutschland! Darüber freue ich sehr, ursprünglich war ja eine Guineatour geplant, wegen meinem “Zwangsurlaub” in Deutschland sowie der Situation in Guinea werden wir natürlich in Senegal bleiben, aber eine Wochenendfahrt nach St. Louis bzw vielleicht nach Banjul (Gambia) wird schon drinnen sein. Bin gespannt… .Der Besuch wird sicher der Highlight meines Westafrikaaufenthaltes werden.
Arbeits-ticker: Mal schauen - kann ich momentan noch nicht so viel drüber sagen.
Nic-ticker: Lebe mich bereits, dank einiger sehr netten Arbeitskollegen, bestens ein - am Wochenende bin ich von einer Einladung zur anderen “gehetzt”.
“Wo-ist-der-Nic-Homepage-Ticker”: Ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen, dass in diesem Monat ein neuer Besuchsrekord aufgestellt worden ist. Danke auch für die zahlreichen Mails und Kommentare.
Seit dem 1. Januar 2007 (!):
Über 1600 Seitenansichten,
über 300 Personen die mindestens 20 Mal “woistdernic” besucht haben,
83 die zwischen 100 und 200 Mal “wo ist der nic” besucht haben und
11 Leute die über 200 Mal die Homepage besucht haben (Kann das sein?).
“Speise”-ticker (u.a. für g):
Am Sonntag gab s beninische Küche: Mais”pate” (ein wenig wie Polenta) mit gegrilltem Hühnchen, Tomaten und Zwiebeln.
Sonst gehen wir immer wieder mal zum Libanesen ( die haben sogar Pizza mit Käse (!)), oder essen einfach Reis mit Fleisch und Gemüsesosse, das ist so das Standartgericht.
Sonst gibt es an Biersorten u.a. Gazelle (nicht so gut) und Flag (wie auch in Togo - sehr gut) und natürlich irisches Guiness, das scheinbar in jedes westafrikansiches Land exportiert wird.
Meine Knödel, die im Rahmen einer Knödelparty konsumiert worden sind als ich bereits in Dakar war, waren in Guinea uebrigens ein Erfolg.
23. Februar 2007
Oops, as Foto ist aufgrund der Breite nach unten gerutscht
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Ins eher “traditionelle” Yoff ziehe ich doch nicht. Da gibt es auch keine Polizei, da die Stadt administrativ von Dakar unabhängig ist.
Ausschlaggebend war aber mehr, dass ich über einen Kollegen etwas zentrumsnäher ein faires Angebot für eine Wohnung (mit mehreren kleinen Zimmern) bekommen habe. Dort werde ich heute Nachmittag einziehen.
Guineaticker: Was “Le monde” zur Presselage in Guinea sagt: “black-out total sur l’information en empêchant de fait la parution des journaux, la diffusion des radios d’information et l’accès à Internet.”
D.h.: Es gibt keine Informationen (Internetzugang hat so gut wie kein Mensch, da es oft keinen Strom gibt - bzw. die Internetcafes geschlossen haben), man lebt von Gerüchten (z.B. hatten wir an einem Tag wo quasi durchwegs geschossen wurde das Gerücht, dass die Rebellen sich der Innenstadt nähern und alles plündern… - was zum Glück nicht der Realität entsprach).
Andere Gerüchte berichteten Einem, dass schon längst geputscht worden ist, dass dies aber noch geheimgehalten wird etc. .
Senegalticker: Zu den Präsidentschaftswahlen am Sonntag schreibt die taz heute eine knappe Zusammenfassung… .
Allabendlich ziehen momentan sogenannte “Karawanen” (die aus Lautsprecherwagen und bis zu 1000 Menschen bestehen) spontan durch die Stadt, um ihre Sympathie füer Herrn X oder Y zu bekunden.
22. Februar 2007
Na dann habe ich ab Freitag vielleicht doch ein Zimmer: Im Stadtteil Yoff, ca. 10-15 Minuten vom Strand entfernt. Zimmer in 2-er WG in guter Wohnung mit einer 40-50 jaehrigen Senegalesin (einer Bekannten von einer Bekannten), nur 30-40 Minuten von der Innenstadt entfernt, zu einem echt fairen Preis.
Sollte ich da einziehen, habe ich es tatsaechlich geschafft nicht in einem der “weissen Ghettos” zu ziehen die es hier en masse gibt.
Vielleicht lerne ich dann auch mal den Kalifen Seydi Hadj Abdoulaye Thiaw Laye kennen… .
Im Uebrigen wird hier der Islam meiner subjektiven Einschaetzung nach strenger ausgelegt als von den guineischen, togoischen oder burkina be Muslimen.
Guineaticker: Sieht danach aus als wuerde das Kriegsrecht noch laenger gelten als urspruenglich von der Regierung verkuendet … .
Arbeit: Schwerpunkt nicht mehr Sierra Leone und Liberia sondern Mauretanien und falls es bloed laeuft Guinea.
21. Februar 2007
Eine Wohnung/ein Zimmer in Dakar zu finden ist schwierig. Die billigste Wohnung die mir bisher angeboten wurde kostet 1000 Euros.
Na dann muss ich heute wohl mal in den Vorstaedten auf die Suche gehen, auch wenn man von dort aus 1-2 Stunden in die Stadt braucht und ich somit taeglich zwischen 2 und 4 Stunden pendeln muss… .