17. September 2009
Gabun: Sohn von verstorbenen “Präsidenten” wurde gewählt oder “gewählt”. Folge: Ausschreitungen gegen französische Institutionen, da Frankreich mal wieder als “mitmischende” Nation gilt (Stichwort franceafrique)
Kamerun: Sohn des alternden “Präsidenten” Biya wird als Nachfolger positioniert.
Senegal: Sohn des alternden Präsidenten Wade wird als Nachfolger positioniert.
Guinea: Militärjunta die sich beim Tod des Diktators Lansana Conté an die Macht geputscht hat positioniert sich. Boss will sich entgegen vorherigen Aussagen zu Wahlen aufstellen lassen… .
Bienvenue en Afrique de l´Ouest.
29. Mai 2008
Guinea reloaded?
Nicht ganz klar. Diesmal protestieren Soldaten. Sie fordern Ihren angeblichen Lohn (Falls ich richtig verstanden habe die für Guinea unvorstellbare Kopfpauschale von 1200€). Es herrscht mal wieder Ausgangsperre, in mehreren Stadtteilen ist die Lage unklar. Leidtragend ist die Zivilbevölkerung die nicht an den Konflikten beteiligt ist. Unklar ist auch ob es zu einem Militärputsch durch Soldaten kommen wird.
Die Innenstadt (5/6 Insel) ist wohl mal wieder vom Rest der Stadt abgeschnitten. Dem “Präsidenten” loyale Berets rouges “bewachen” an der Brücke “8. November” den Zugang zum Stadtzentrum Kaloum.
Diesmal stehen sich dort berets rouge und revoltierende Soldaten die ihren Lohn wollen gegenüber.
Beide Seiten würden in die Luft schießen, um ein zu schüchtern.
Air france hat Flüge (z.T.?) eingestellt.
Manche Soldaten gehen wieder zum plündern über.
Von ausländischen Söldnern die z.B. der Präsident angeheuert hat, hat man dieses Mal nichts gehört.
Vor ein paar Jahren waren die Soldaten schon mal sauer, haben u.a. den Präsidentenpalast (oder war es das Parlament?) zerstört, haben sich in der Ruine den “Präsidenten” geschnappt, der Ihnen dann Geld gegeben hat -> dann war wieder alles gut.
Absurd auch die Geschichte als ich in Conakry war: Soldaten hatten eine Kaserne erobert und sich einen Panzer geschnappt. Dieser sollte sich dann in Richtung Innenstadt bewegt haben, an meiner Wohnung vorbei, ich hatte schon gelauscht ob ich ihn höre, aber 1500 m vorher wurden die Soldaten angeblich mit Geld “überredet” doch nicht zu den Rebellierenden zu gehören… .
Es geht nichts über guineische Soldaten… . Wie ich die Lage momentan einschätze wird sich politisch in den nächsten Tagen nicht viel ändern, die Soldaten wird Geld versprochen werden (welches sie zum Teil bekommen werden) und die Lage wird sich wieder beruhigen.
Wahrscheinlich wird wie in fast jedem Monat mal wieder ein-zwei Minister entlassen werden, aber so genau weiß man es nie.
10. Januar 2008
Ist erst einmal abgesagt worden, Beginn war für heute geplant.
Comments Off
07. Januar 2008
Grund für den angekündigten Generalstreik, ist u.a. (!), dass der Präsident Guineas ohne Absprache mit dem Premierminister (der nach den Konflikten im Januar/Februar 2007 eingesetzt worden ist und gewerkschafts- und volksnah ist) einen anderen Minister entlassen hat. Der Präsident Conté hatte sich nach den schweren Unruhen im Frühjahr 2007 eigentlich ein wenig aus der Politik zurückgezogen, wie es auch die Bevölkerung gewünscht hatte. Neuerdings mischt er sich wieder mehr in der Politik ein und übergab z.B. im Dezember einer ihm nahestehenden Person eine Machtposition.
Es kommt zu einem Konflikt zwischen dem Premierminister (zu dem die Bevölkerung hält) und dem Präsidenten Conté dem praktisch nur wenige (aber dafür mächtige) Unterstützer bleiben.
Bleibt zu hoffen, dass alles “gut” verlaufen wird.
Einen Vorgeschmack auf die Proteste die sich beim Generalstreik noch wesentlich stärker intensivieren werden gab es bereits am Wochenende. Es gibt bereits Bevölkerungsbewegungen aus Conakry raus.
Bleibt zu hoffen, dass Conté nicht wieder auf die gleiche Idee kommt wie letztes Jahr als er externe Soldaten aus Nachbarländern anheuerte (und die Flüchtlinge nicht wieder Opfer von ausländerfeinlichen Ausschreitungen werden). “Worst case”-Szenarie wäre wieder, dass sich ein überregionaler grenzüberschreitender Konflikt sich entwickelt.
Guinea wird sicher wieder eine der Krisen sein die nicht im Blickpunkt des Weltgeschehens rücken werden.
04. Januar 2008
10 Januar 2007: Landesweiter Generalstreik begann.
10 Januar 2008: Landesweiter Generalstreik beginnt.
Und wieder lautet die Parole: Unbefristeter Generalsteik bis zum bitteren Ende - bis zum Sturz des Regimes.
06. Oktober 2007
Sich einmal wie Dagobert Duck fühlen zu könnnen, ist in Guinea möglich, wenn man gerade von der Bank kommt und der Wechselkurs gerade gut ist.
Einen Freund von mir hat es erwischt: Er hat sich ne Menge (!) Geld in Franc Guinea ausgeliehen und musste mehr als das dreifache (!) wegen einem neuen Wechselkurs zurückzahlen (in dem Fall war gerade eine Phase krasser Deflation).
Hier ein Foto von meinem Zimmer, rechts mein Schreibtisch, links mein Bett:

Und hier Geldhaufen neben meinem Rucksack - frisch von der Bank kommend:

Problem in der Bank: Kreditkarten werden nicht angenommen, genausowenig wie andere Karten, d.h. man muß sich per Western Union Geld schicken lassen.
Wenn das Geld dann da ist, hat man die Qual der Wahl:
Die ganzen Geldbündel in aller Öffentlichkeit durchzählen,
oder Vertrauen, dass die Scheine “richtig gezählt sind” und das Geld schnell in den Rucksack stopfen. “Richtig gezählt” ist das Geld aber gelegentlich nicht, hier und da fehlt dann schon mal im 100er-Bündel, kleine 10er-Bündel.
Auf der Straße oder auf dem Markt Euros in Franc zu wechseln ist auch ganz easy, wenn auch eine Verhandlungssache: Bei Fremden, muß man dann schon 10 Minuten verhandeln. Am besten, man geht immer zur selben Person, die will einen dann ja als festen Kunden behalten und man bekommt nach kurzem Feilschem immer einen sehr fairen Preis.
Auf der Straße und auf dem Markt sollte man aber nur Tauschen, wenn man den Wechselkurs gut kennt und recht “erfahren” ist, sonst wird man ziemlich heftig “abgezockt”. Zudem sollte man zu einer Person gehen, die regelmässig am selben Ort da ist, um zu vermeiden, dass man an Jemanden gerät, der mit dem Geld in der Hand verschwindet.
26. Juli 2007
Neuigkeiten aus Guinea:
taz
Zur Lage guineischer Flüchtlinge in Deutschland: Indymedia/Flüchtlingsräte