Das Militaer in Guinea protestiert und stellt Forderungen auf ( u.a. Lohnerhoehung und Ruecktritte von ein paar hohen Militaers). Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben sie mal wieder eine Nacht durch in die Luft geschossen.
Guinea-Update
Human Rights Watch zu Guinea
Unter den Titel “Dying for change: Brutality and repression by Guinean security forces in response to a nationwide strike” hat Human Rights Watch heute den ersten Bericht zu den Ereignissen in Guinea 2007 veroeffentlicht.
Auszug: “According to the government’s own figures, the brutal crackdown resulted in at least 129 dead and over 1700 wounded, hundreds of them by gunshot. Members of the army, the police, and the gendarmerie were involved in incidents of murder, rape, assault, and robbery of unarmed demonstrators and individuals.”
Ein anderer Bericht von HRW zur Lage in Guinea in 2006: “The Perverse Side of Things-
Torture, Inadequate Detention Conditions, and Excessive Use of Force by Guinean Security Forces”
Kurzmeldung Guinea
In Guinea ist mit der gestrigen Ernennung einer neuen Regierung ein Ende der Krise in Sicht gekommen. Der in Folge von den Revolten (Januar, Februar 2007) ernannte Premierminister Kouyaté gab gestern die Mitglieder des neuen Kabinett bekannt, dem kein einziger Minister der früheren Regierung von Präsident Lansana Conté angehoert. Die Opposition reagierte auf die Ernennung der neuen Regierung vorsichtig optimisch.
Wie bereits erwaehnt ist Lasana Conte immer noch Praesident, allerdings mit stark eingeschraenkter Macht.
Guinea-News
Die Guineer sind wohl mit der Wahl des Premierministers recht zufrieden.
Da die Lage in Guinea momentan ok ist kehrt ein Teil der Kollegen demnaechst zurueck, ich muss/kann in Senegal bleiben.
Letztendlich ist das aber auch ok, auch wenn ich zugeben muss, dass mit Guinea ein bisschen lieber gewesen waere (natuerlich unter der Bedingung, dass die Situation viel besser waere).
So habe ich die Moeglichkeit ein “neues” Land kennenzulernen und in anderen Aufgabenbereichen zu arbeiten (aber immer noch in der “Rechtsschutzabteilung”).
Conakry - letzte Fotos
Mehr “private” Fotos habe ich nicht. Übrigens sind auf diesen Fotos “nur” die “normalen” Einheiten zu sehen.
Von den Eliteeinheiten der “berets rouges” die von westlichen Staaten ausgebildet werden und die für einen nicht geringen Teil der Taten verantwortlich sind, habe ich keine.
Hier die schmale Stelle zwischen dem kleinen Stadtzentrum und dem Rest der Stadt (das Stadtzentrum Conakrys ist ja quasi eine Insel, was für Evakuierung etwas unpraktisch war… ich hätte evtl. die Möglcihkeit gehabt mit nem Boot nach Sierra Leone, Freetown zu kommen, war mir aber dann doch zu unsicher… noch unsicherer)

Rückblick Conakry
Guinea-News:
Der Präsident hat einen Premier ernannt der von den Gewerkschaften vorgeschlagen worden ist.
Somit besteht tatsächlich eine Chance auf Änderung, ich möchte noch nicht zu früh urteilen, aber es sieht nicht schlecht aus.
Die Lage entspannt sich, gestern wurde von den Gewerkschaften eine Art Gedenktag für die Toten der letzten Wochen ausgerufen, heute beginnen die Menschen erstmals wieder das Arbeiten.
Für Leute die es interessiert ein kleiner “Politik-Exkurs”:
Gewerkschaften versus Parteien
Einer der interessantesten Aspekte bezüglich dem was in Guinea in den letzten Wochen passiert ist, ist meiner Ansicht nach die Rolle der Gewerkschaften die “Begründer” einer breiten Bewegung gewesen sind.
Die “traditionellen” Oppositionsparteien die zwar nie bedeutend waren, aber trotzdem immer präsent, haben sich in den Gewerkschaftsverhandlungen überhaupt nicht eingemischt und auch nicht versucht “Mitglieder” zu rekrutieren oder die breite Gewerkschaftsbewegung für ihre Belange zu nutzen. Einzig haben sie ihre “Solidarität” mit den Gewerkschaften ausgesprochen, und gesagt, dass sie für die selben Ziele eintreten, dies aber ohne sich in Vordergrund zu drängen.
Dies wird mitunter so interpretiert, dass die Oppositionsparteien einfach erst einmal hauptsächlich einen Regierungswechsel wollen, und Angst hatten “die Bewegung” der Bevölkerung zu spalten bevor es zu einem Politikwechsel kommt und die Bewegung somit geschwächt wäre.
Die Gewerkschaften wurden von der Bevölkerung vollständig als ihre Repräsentanten anerkannt, viel mehr als dies mit den Parteien möglich gewesen wäre.
Mit anderen Worten: Das, was die Gewerkschaften gemacht haben, hätten die Parteien so nicht schaffen können.
Newsticker
Wohnungs-ticker: Super. Einzig fehlt eine Heizung, da es nachts wirklich kalt ist.
Senegal-ticker: Wade (der bisherige Präsident der über 80 Jahre alt ist) wird die Präsidentschaftswahlen wohl in der ersten Runde gewinnen. Gestern war Wahltag und es ist trotz “Horrorszenarien” ruhig geblieben. Eine deutsche Zeitung hatte gar vermutet, dass es einen Putsch geben könnte… .
Guinea-ticker: Es sieht gut aus - aber man muss noch abwarten bevor man wirklich urteilt: Der “Präsident” hat nach einem Gespräch mit einem Verhandlungskomitee der CEDEAO zugestimmt einen neuen Premierminister zu ernennen der viel Macht besitzen wird und nicht “aus seinem Umfeld kommt”. Das Kriegsrecht ist am Freitag abgelaufen, die Weiterführung des Generalstreikes wurde von den Gewerkschaften vorerst ausgesetzt.
Besuchs-ticker: Am Wochenende bekomme ich für 10 Tage Besuch aus Deutschland! Darüber freue ich sehr, ursprünglich war ja eine Guineatour geplant, wegen meinem “Zwangsurlaub” in Deutschland sowie der Situation in Guinea werden wir natürlich in Senegal bleiben, aber eine Wochenendfahrt nach St. Louis bzw vielleicht nach Banjul (Gambia) wird schon drinnen sein. Bin gespannt… .Der Besuch wird sicher der Highlight meines Westafrikaaufenthaltes werden.
Arbeits-ticker: Mal schauen - kann ich momentan noch nicht so viel drüber sagen.
Nic-ticker: Lebe mich bereits, dank einiger sehr netten Arbeitskollegen, bestens ein - am Wochenende bin ich von einer Einladung zur anderen “gehetzt”.
“Wo-ist-der-Nic-Homepage-Ticker”: Ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen, dass in diesem Monat ein neuer Besuchsrekord aufgestellt worden ist. Danke auch für die zahlreichen Mails und Kommentare.
Seit dem 1. Januar 2007 (!):
Über 1600 Seitenansichten,
über 300 Personen die mindestens 20 Mal “woistdernic” besucht haben,
83 die zwischen 100 und 200 Mal “wo ist der nic” besucht haben und
11 Leute die über 200 Mal die Homepage besucht haben (Kann das sein?).
“Speise”-ticker (u.a. für g):
Am Sonntag gab s beninische Küche: Mais”pate” (ein wenig wie Polenta) mit gegrilltem Hühnchen, Tomaten und Zwiebeln.
Sonst gehen wir immer wieder mal zum Libanesen ( die haben sogar Pizza mit Käse (!)), oder essen einfach Reis mit Fleisch und Gemüsesosse, das ist so das Standartgericht.
Sonst gibt es an Biersorten u.a. Gazelle (nicht so gut) und Flag (wie auch in Togo - sehr gut) und natürlich irisches Guiness, das scheinbar in jedes westafrikansiches Land exportiert wird.
Meine Knödel, die im Rahmen einer Knödelparty konsumiert worden sind als ich bereits in Dakar war, waren in Guinea uebrigens ein Erfolg.